Auf den Nadeln im April: „Ujo“ von Ankestrick

 

 

Hallo an Euch alle,

gerade habe ich es nachgeschaut:

Vor 7 Monaten nun habe ich mit dieser Stricktunika, „Ujo“ von Ankestrick begonnen. (Hier das erste Mal erwähnt.)

Sie lag ziemlich lange unbeachtet in ihrem Beutel; allerdings dachte ich immer wieder einmal mit etwas schlechtem Gewissen an sie.

Und da ich die Wolle, die ich dafür gedacht hatte, sehr mag, da ich sie selbst aus Weißdorn gefärbt habe, war es einfach an der Zeit, sie zu Ende zu bringen.

Auf dem Foto oben könnt Ihr deutlich den Unterschied sehen zwischen der im Emaille-Topf gefärbten Wolle (orange-rosa) und der im Alutopf (rosa).

Ich habe das erste Mal im Farbverlauf gestrickt und es war eigentlich einfacher als gedacht. Wenn ich merkte, dass das jeweilige Knäuel sich dem Ende zu neigte, habe ich einfach über mehrere Reihen hin abgewechselt zwischen der alten und der neuen Farbe, bis das alte dann zu Ende war. Das einzige, was ich nicht so schön finde, ist die Übergangsstelle zwischen den Fäden im Rücken, das sieht recht unruhig aus (leider kein Foto davon da).

Nun fehlt inzwischen nur noch der hintere untere gerippte Rand, das Taschenfutter und die Ärmelkante.

Anfangs fand ich die Anleitung zwar gut geschrieben aber sie brauchte mit den ganzen Zunahmen (mal Raglan und Körper, mal nur Raglan usw.) meine ganze Aufmerksamkeit. Inzwischen strickt es sich recht locker und durch die vorwiegend rechten Maschen auch verhältnismäßig schnell.

Ich freue mich nun darauf, endlich in das fertige Kleidungsstück schlüpfen zu können (das hoffentlich passt), danach in meine Gummistiefel (eine Hose darunter braucht es allerdings wahrscheinlich auch noch, oder zumindest Leggings). Dann warte ich auf das schöne Gefühl, das mich damals überkam, als ich den Einleitungstext zu „Ujo“ im Magazin „Laine“ las:

„Ich ließ meine Gummistiefel auf den Stufen stehen und meine nackten Füße vom Morgentau benetzen. Das Gras fühlte sich weich an, als ich meine Hände in die Taschen steckte und einen tiefen Atemzug nahm. Dies würde ein schöner Tag werden, vertraut aber dennoch kostbar, genau wie das Ujo-Kleid, entworfen von Ankestrick.“   (Übersetzung aus dem Englischen durch Frau Wollwesen)

Seufz, einfach schön…..

Mein Garten ist auf jeden Fall schon bereit für mich:

 

 

 

Ist er nicht herrlich, dieser Frühling, der schneller kommt, als man schauen kann?

 

Ich sende Euch gedanklich Blüten in Hülle und Fülle,

Morgentau und Sonnenschein,

Eure

Frau Wollwesen.

 

 

Verlinkt mit Auf den Nadeln im April.

 

 

 

Frühlingssehnsucht

 

 

 

Kalte Tage liegen hinter uns. Eisiger Frost war es sogar, der unseren Teich viele Zentimeter dick zufrieren ließ, woraufhin wir, aus Angst um unsere Fischlein, mit dem Spaten Löcher hinein hackten. Wahrscheinlich können langjährige Teichbesitzer darüber nur lächeln – aber wir sind einfach immer noch Anfänger.

Dieses Wochenende aber sah plötzlich alles ganz anders aus:

Die Temperatur kletterte im Eiltempo nach oben und sofort wurde die Welt um uns herum zunehmend farbenfroher. Die Krokusse, die schon vor ein paar Wochen vorsichtig zum Vorschein gekommen waren, öffneten freudig ihre Blütenkelche, die zu Boden gesunkenen Schneeglöckchen richteten sich wieder auf. Die Levkojen in unserem Garten blühen nun erstaunlicherweise (warum, ist mir rätselhaft, aber ich kenne mich mit diesen Blumen auch bisher wirklich nicht aus… ist das vielleicht normal?) und die Sonnnenstrahlen lassen natürlich alles sofort leuchtender aussehen.

 

 

In meinem Inneren wächst jetzt mit großer Vehemenz die Vorfreude auf Ostern. Ganz bestimmte Bilder sehe ich dabei vor meinem inneren Auge: Noch kahle Zweige, zu deren Wurzeln die ersten Blumen sprießen, Wiesen, deren Grün wieder leuchtend und saftig aussieht, Meisen, Spatzen und Amseln, die durch unseren Garten hüpfen. Außerdem: Weidenkätzchen!

Auch in meinen Fingern juckt es und so viele Filz-Ideen kreisen in meinem Kopf herum! Bloß: Wann das alles umsetzen?

Aber auch in den letzten Wochen war ich nicht filzfaul, habe Fingerpüppchen und Siebenschläfer gefilzt… und diese Totoro-Wärmflaschenhülle:

 

 

Totoro (hier schon erwähnt) ist für Kinder (und auch Erwachsene!) einfach ein wunderbarer Seelenfreund und so konnte ich meine jüngste Tochter gut verstehen, als sie sich ihn als Motiv gewählt hat. In der letzten Zeit war er auch schon wärmender Weise viel im Einsatz.

 

 

Da mein Alltag momentan oft reichlich mit Arbeit, Haushalt und allen möglichen anderen Aktivitäten gefüllt ist, flüchte ich mich wieder vermehrt zu meinen Stricknadeln, wenn auch meist nur kurz. Die Zeit mit Nadeln und Wolle scheint einfach immer ganz „mir“ zu gehören und läßt mich zur Ruhe kommen, genießen sogar….

 

 

Von kleineren Projekten wie diesem Schal für ein kleines Wollwesen aus selbstgefärbter Wolle vom letzten Jahr abgesehen, habe ich mit einem Babyjäckchen für eine Nichte/ oder einen Neffen? begonnen.

 

Beginner`s Jacket  von Petite Knits aus DROPS Flora. Eine sehr ausführliche Anleitung, die Raglan-Zunahmen sind für StrickanfängerInnen genau erklärt. Ich stricke die kleinste Größe.

Da dies rasch vorankommt, gab es dieses kleine Zwischenprojekt:

 

 

Der erste, fast vollendete, fingerlose Handschuh der „Sherwood Mitts“ von Pam Allen (der Daumen fehlt noch).

Es ist das erste Mal, daß ich mit der „Magic Loop“-Methode arbeite und es klappt recht gut und macht Freude. Ich benutze Wolle, die ich letztes Jahr an Ostern mit einem Rest Indigo-Ostereierfarbe gefärbt habe.  Auf dem Foto kommt das wunderschöne Blau nur schlecht heraus, ich konnte erst heute Abend, ohne Tageslicht, fotografieren.

 

 

 

Zum Schluß kommt hier noch ein Buchtipp, für alle, die schöne Illustrationen lieben:

Federbällchen – das Jahr der Meisen habe ich schon vor einigen Jahren antiquarisch gekauft. Es begleitet diese Vögel, wie der Titel schon sagt, durch das Jahr und eignet sich nicht nur zum Lesen, sondern auch, um z.B. den Jahreszeitentisch zu schmücken. Bei mir nährt es gerade die Sehnsucht nach dem Frühling und dem Leben in Licht und Sonnenschein….

 

Und Ihr?

Habt Ihr auch Sehnsucht danach? Oder würdet Ihr lieber gerne noch einmal die Skier anschnallen und durch weißen Schnee fahren?

Wie auch immer:

Ich wünsche Euch eine frohe Zeit,

Eure

Frau Wollwesen.

 

Verlinkt mit Creadienstag und Auf den Nadeln im März.

 

 

 

Gedanken zur (Un-)Ordnung

 

 

Vor mehr als einer Woche war ich im Chaos.

Und damit meine ich nicht das übliche Alltagschaos, die Unordnung, die das Leben als Familie mit Kindern und Katzen so mit sich bringt.

Von einem Tag auf den anderen hatte ich sehr starke Ischiasschmerzen und konnte vor allem mein rechtes Bein so gut wie gar nicht belasten. Auch im Liegen tat es weh und überhaupt schrillen bei mir in so einem Fall alle Alarmglocken, da ich als Kind am unteren Rücken operiert wurde und alle Probleme in diesem Bereich sehr angstbesetzt sind.

Im nach hinein betrachtet war alles halb so schlimm und nach 3 Tagen so gut wie vorüber, aber an dem ersten Morgen ging es mir schlecht. Und genau zu diesem Zeitpunkt tauchte nun auch noch ein Trupp von städtischen Gartenarbeitern auf, um am Hang hinter unserem Haus das Holundergebüsch zu roden. Genau dort hatten wir (das jüngste Kind und ich) Anfang Januar für die Stunde der Wintervögel die verschiedensten Vögel entdeckt und gezählt. Der Hang gehört der Stadt und so können wir über die Handhabung damit auch nur Wünsche äußern, was ich im vorigen Jahr auch getan hatte (den Holunder bitte stehen zu lassen). Nun wurde kurzer Hand einfach alles platt gemacht, mit Argumenten, die mir nicht unbedingt einleuchteten (alles schon zu alt, droht auf Weg und Häuser zu fallen). Die Büsche schienen mir schlicht nicht groß genug, um bei einem Sturm tatsächlich einen ernsthaften Schaden anrichten zu können und deren Alter und die Schlingpflanzen darin? Die sehe ich persönlich als Lebensraum an, für alles mögliche, was kreucht und fleucht.

Muß denn alles immer geordnet, gesund und ertragreich sein, damit es ein Recht hat, da zu sein? Warum fällt es uns allen so schwer, das Chaos, die Unordnung in unser Leben zu lassen?

Ich fasse mich dabei tatsächlich zuerst an die eigene Nase, denn sowohl mein Mann, als auch meine Kinder würden sofort bestätigen, dass ich mit Unordnung sehr schlecht zurecht komme. Ich habe immer das Gefühl, um mich herum Ordnung zu brauchen, damit es auch innen in mir geordnet und ruhig sein kann. Aber je älter ich werde, desto mehr versuche ich mich davon zu lösen. Versuche, auch im Chaos noch das Schöne zu sehen und mich nicht so abhängig zu machen vom Außen. Hilfreich finde ich dafür übrigens diesen Beitrag von Leo Babauta (leider nur auf Englisch).

Und was Lebendigkeit und Kreativität anbelangt, bin ich mir völlig sicher, daß sie ohne Chaos nicht da sein kann. Denn zunächst muß doch völlig Ungeordnetes da sein, eine Art Ursuppe des Unterbewußtseins, um daraus schöpfen zu können, neue Verbindungen zu knüpfen, die so vorher noch nie gewesen sind. Damit das Kribbeln in den Fingern oder auch der Flow, wie man heute so schön sagt, entstehen kann und schließlich etwas sicht-, hör- oder fühlbares Neues hervortritt.

 

 

Was haben wir es als Kinder doch geliebt, in Gebüschen zu spielen, nicht nur „Verstecken“, sondern ganze Wohnungen mit Küche und Wohnzimmer haben wir entstehen lassen. Und das hat sich mir bis heute eingeprägt, die Freude die dabei entstand, das Gefühl des Verbundenseins.

Heute pflege ich die Kreativität z.B. beim Filzen. Und immer wieder fühlt es sich richtig an, das Schöne mit dem Ungeordneten zu verbinden.

So auch hier:

 

 

 

Das braune Vorjahreslaub und die zwei neu „geschlüpften“ Siebenschläferchen.

 

Ich grüße Euch alle,

wünsche Euch ebenfalls viel Freude am Lebendig- und Kreativ-Sein,

Eure

Frau Wollwesen.

 

Verlinkt mit Creadienstag.