Gastbeitrag: Lia will etwas zum Anziehen

Heute schreibt wieder einmal das Februarkind:

Bei meinem letzten Beitrag habe ich über meine drei Puppen Ella, Malou und Lia geschrieben. Lia war damals noch nicht fertig. Sie hatte keine Haare und auch keine von mir hergestellten Klamotten. Als erstes habe ich ein Käppchen gehäkelt und das Käppchen am Kopf festgenäht. Danach habe ich die Haare in das Käppchen eingehäkelt.

 

 

 

Als ich mit den Haaren fertig war, habe ich auf den Rücken (wo die Öffnung war) ein Blatt aufgestickt .

Danach habe ich mit der Nähmaschine eine Pumphose genäht. Meine Mutter hatte schon einige genäht und ich habe mir angesehen, wie sie das gemacht hatte. Dann habe ich es einfach auch versucht und es hat geklappt.

Als nächstes habe ich die Schuhe gefilzt.

Erst habe ich eine Schablone aus Noppenfolie ausgeschnitten und mit Wolle umfilzt. Dann habe ich in der Mitte durchgeschnitten und die Schablone heraus geholt. Vorne habe ich einen Faden durchgezogen für die Schnürsenkel.

Als letztes habe ich einen Schulterwärmer gestrickt.

Ein Kleid will ich noch nähen, kam allerdings noch nicht dazu.

Und so sieht sie nun aus (dieses Kleid ist von Frau Wollwesen).

 

Liebe Grüße,

Euer Wollwesen-Kind 🙂

 

 

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Meeresweite

 

Vorher kann ich es mir immer gar nicht vorstellen.

Daß Ortswechsel, unverplante Zeit und vor allem: Das Meer! so ein ganz anderes Lebens- oder auch Seins-Gefühl hervorrufen können.

Aber zum Glück passiert dies recht verlässlich jedesmal, wenn wir an den uns inzwischen recht vertrauten Ort im Süden Frankreichs zurückkehren.

Das Schwimmen, der Wind, das eigentlich ständige Draussensein, Spielen, gutes Essen, Ruhe…und natürlich auch (was mich anbelangt): Stricken, Sticken…

Die vielen, mir zum Teil unbekannten, Pflanzen und Tiere faszinieren mich, wecken meine Neugier. Und auch unsere Kinder haben die Zeit im Meer gegen Ende mehr unter als über Wasser verbracht, begeistert von den vielen verschiedenen Fischen, die es dort zu sehen gab.

Pflanzenmaterial zum Färben habe ich mir auch mit nach Hause gebracht: Frische sichelförmige Eukalyptusblätter, die hier schon im Topf geköchelt und im Haus ihren südlichen Duft verbreitet haben. Außerdem die abgefallene Rinde von einigen Platanen, in deren Schatten wir in St. Tropez unsere überhitzten Köpfe gekühlt haben. Gerne hätte ich noch mehr mitgenommen, aber da ich nur einen nicht sehr großen Topf aus Aluminium besitze, mit dem ich momentan immer färbe, komme ich schnell an meine Grenzen.

Zwei Strickprojekte sind im Urlaub fertig geworden. Mein „Sibella“-Cardigan (von dem ich es mir so sehr gewünscht hatte, ihn am Meer tragen zu können – und es hat geklappt, juchhe!) und der Yarrow-Pullover, ebenfalls rechtzeitig für etwas kühlere Sommerabende. Aber die Bilder dazu folgen später nach….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Besticken meiner Tagebuchhülle bin ich noch nicht sehr weit vorangekommen, aber ich will sie unbedingt noch im Sommer fertigstellen. Ich merke, dass mir das Sticken auf dem Filz im letzten Jahr besser von der Hand ging. Dabei ist das Leinen dazu nicht wirklich schlecht geeignet…mal sehen.

Nun sind hier die größten Wäscheberge gewaschen, Alltag kehrt zurück. Aber die Sommerhitze begleitet uns weiterhin, es surrt und flattert im Garten, so viele Schmetterlinge habe ich hier schon lange nicht mehr gesehen …! So ist die Johanni-Zeit mit ihren Feuergeistern spürbar nahe.

Und im neuen kleinen Teich sind auch schon die ersten Gäste eingezogen, was alle Familienmitglieder ständig dorthin lockt, um nach ihnen Ausschau zu halten.

Und Ihr? Genießt Ihr sie auch, diese sonnenverwöhnte Zeit? Oder sehnt Ihr Euch eher nach etwas Abkühlung?

Ich wünsche Euch viel Lichtes und Freudiges für diese Woche,

Eure

Frau Wollwesen.

 

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Frühlingsgemecker / A spring goat`s bleating

 

This last week brought a wet felted goat-fingerpuppet (no eyes yet), woodfloors covered with small white anemones that remind me of this, a beautiful japanese embroidery book, a nearly finished cardigan and speckled plantdyed yarn.

 

 

Seit einiger Zeit habe ich meinen Naßfilz-Arbeitsplatz nach oben, in meinen „Trocken“-Arbeitsraum verlegt. Ich habe hier zwar keinen Wasseranschluss und muss dafür ein Stockwerk tiefer gehen. Aber der Riesenvorteil ist, dass ich nun nicht mehr große Säcke mit unterschiedlichsten Wollfarben über mehrere Treppen erst nach unten, dann wieder nach oben tragen muss. Und so entstehen deutlich öfter diese kleinen Finger-Wollgeschöpfe, wie Ihr oben eines sehen könnt.

Frau Ziege setzt sich gerade mit der neuesten (was Ziegen anbelangt) Computertechnologie auseinander, denn als emanzipierte Ziege will sie mitmeckern können. Ich weiß zwar nicht genau, wieviel sie mitbekommt: Die Augen fehlen wieder einmal noch.

Wer sich darüber wundert, warum diese denn immer erst als letztes dran sind: Die Augen filze ich grundsätzlich mit der Filznadel auf, im Gegensatz zum Körper, der nass gefilzt wird. Doch Filznadeln tun in feuchter Wolle nicht das gleiche wie in trockener, und so brauchen meine Tiere immer ein wenig Geduld, bis sie schließlich das Licht der Welt erblicken können.  Was wie eine kleine Geburt klingt, fühlt sich für mich tatsächlich ein bisschen so an:

Wer mich da schlussendlich anblickt, ist auch für mich nicht wirklich vorherzusehen. Und es fühlt sich meist sehr belohnend an.

Zum Filzen komme ich an 2 Vormittagen die Woche und ich genieße die Stille, die dann hier im Haus ist. Inzwischen ganz bewußt, höre ich meist keine Musik oder ähnliches an und versuche ganz bei dem zu sein, was meine Hände tun. Meist fliegen die Gedanken in die Zukunft und bringen Unruhe mit sich. Doch immer wieder gelingt es, einfach nur beim Tun zu bleiben….

 

 

Inzwischen blühen in den Wäldern neben der Straße auf dem Weg in die Stadt überall die Buschwindröschen, oder auch Anemonen genannt. Ich denke natürlich an die Anemonen-Hüterin, wenn ich sie sehe, und nicht nur ich, wie ich letzte Woche durch dieses Anemonen-Geschenk erfahren durfte.

Passend zu dem bunten Blumensegen rund um mich herum in den Gärten kam auch dieses Buch per Post zu mir:

 

 

 

 

Unglaublich schöne und detailgenaue Stickereien finden sich darin, kombiniert mit vielen Stickerläuterungen, die allerdings für meine schlechter werdenden Augen fast zu klein gedruckt sind. Na, ob ich wohl die Zeit fürs` Sticken finden werde?

 

Mit meinem Strickprojekt bin ich bis auf das Vernähen der Fäden immerhin fertig geworden. Und diesmal bin ich zufrieden mit dem Ergebnis, das ich später noch genauer zeigen werde.

Aber zwischendurch packt sie mich dann auf einmal wieder vehement, die Lust zu Experimentieren. Und als ich diesen Beitrag bei Soulemama fand, wollte ich sofort ausprobieren, ob sich das nicht auch mit Pflanzenfarben umsetzen lassen würde:

 

 

 

 

Wir haben konzentrierte Farbbäder von Kurkuma (gelb), Krappwurzel (rotorange) und Walnusschale (braun) verwendet und die Wolle vorher gebeizt (Kaltbeize) und kurz in Essigwasser eingelegt. Nach dem Färben kam die Wolle zum Dampffixieren noch für etwa 40 min. in ein Sieb über kochendem Wasser.

Wie zu erwarten war, vermischte sich natürlich alles und wusch sich zum Teil wieder aus. Dennoch ist das Ergebnis schön geworden:

 

Links: wie oben beschrieben

Mitte: bereits mit Erlenzapfen vorgefärbter Strang

Rechts: mit Avocadoschalen vorgefärbter Strang plus blaue und grüne Lebensmittelfarbe

 

Das Februarkind hat sich natürlich vor allem über die knalligen Blaugrüntöne gefreut, die man, außer mit Indigo, auf natürliche Art ja nur schwer färben kann. Aber mir gefallen die zarten Pastelltöne des linken Strangs am besten.

 

 

Weitere schöne Farben begegnen mir gerade überall, was für ein Geschenk!

 

Ich wünsche Euch viel fröhlich Buntes als Begleiter durch die Woche,

Eure

Frau Wollwesen.

 

Verlinkt mit Creadienstag und Frontier Dreams.