Schlafmäuse

 

 

Es ist Adventszeit – man sieht und hört es überall. Sogar geschneit hat es hier schon, wenn auch nur ein ganz winziges bisschen. Aber genau so viel, dass man seinen Namen in den Schnee auf dem Terrassentisch schreiben konnte. Und das Eis auf unserem kleinen „neuen“ Gartenteich haben wir auch schon mehrmals aufgehackt, damit unsere im Herbst dort eingezogenen 50 (!) Moderlieschen  nicht ersticken. Dabei handelt es sich um eine heimische Fischart, die nun das Algenwachstum in dem Teich etwas eindämmen soll. Und außerdem war hier bei uns der Wunsch nach Fischen sehr groß.

Einen weiteren Neuzugang im Hause Wollwesen habe ich bisher auch noch gar nicht auf dem Blog vorgestellt. Ein kleines Katerchen ist in den Herbstferien bei uns eingezogen, nachdem wir 6 Monate vergeblich auf die Rückkehr unseres Fridolins gewartet hatten . Und kaum war der Kleine da, stand 3 Tage darauf  – na, wer wohl, vor der Tür? Genau!

Also nun 2 Kater hier im Haus, wie sie gegensätzlicher fast nicht sein könnten.

 

 

 

 

Aber schlafen tun sie beide sehr gerne, in ihrer unnachahmlichen Katzenart – womit ich auch endlich beim Thema des heutigen Beitrags wäre:

Die Familie der Schlafmäuse, auch Bilche genannt.

Wer hier schon eine Weile mit liest, weiß, daß ich bei der lokalen NABU-Wildbienen-Gruppe aktiv bin und generell liegt mir der Tier- und Naturschutz sehr am Herzen. Nun ging in den letzten Wochen und Monaten viel über das Insekten- und generell Artensterben durch die Presse, was mich wieder sehr aufgerüttelt hat. Wie lange werden wir noch so weiterleben können, wie bisher?

Ganz konkret frage ich mich immer wieder, was ich bei mir persönlich oder bei uns als Familie verändern kann. Und eine Idee, die mir kam, ist es, hier auf meinem Blog immer wieder einmal über bestimmte Tier- oder Pflanzenarten zu informieren, das Interesse zu wecken. Und das ergänzt sich gut, finde ich, mit einigen meiner Wollbilder und Filztiere, die letztlich einen ähnlichen Sinn für mich haben: Freude wecken an diesen Tieren. Und woran man sich freut, dafür setzt man sich vielleicht ein, das ist mein Wunschtraum!

Aber nun  zurück zu den Schlafmäusen!

 

 

Zu ihnen zählen oben zu sehende Haselmäuse, die Sieben– und Gartenschläfer und die Baumschläfer.

Am ehesten kommt man wohl mit dem Siebenschläfer in Kontakt. Ich erinnere mich an Nächte im Haus meiner Großmutter in Österreich, wo man sie auf dem Dachboden herumtoben hörte. Oder ein altes Steinhaus im Tessin, rundherum von Eßkastanienwald umgeben, wo einer oder zwei gerne zu später Stunde in der Küche anzutreffen waren und mit ihren großen schwarzen Augen oben vom sicheren Wandregal herunterschauten. Meine große Tochter bekam bei einem Hüttenwochenende hier im Schwarzwald einen ziemlichen Schreck, als sie eine Schublade öffnete (mit Süßigkeiten oder ähnlich leckerem) und ihr ein Siebenschläfer entgegensah.

Wie man daraus erkennen kann, sind diese blaugrauen Vertreter der Bilche mit dem puscheligen Schwanz und einer Körperlänge von insgesamt etwa 30 cm oft auch in der Nähe der Menschen anzutreffen, in Obstgärten, Laub- und Mischwäldern. Der seltenere Gartenschläfer bevorzugt  ähnliche Lebensräume, besonders in Obstgärten und Weinbergen fühlt er sich zuhause. Man kann ihn gut an der schwarzen Gesichtsmaske erkennen. Er hält sich allerdings mehr am Boden auf und frisst auch gerne tierische Kost, wie Schnecken und Insekten.

Die Haselmaus ist die kleinste Vertreterin der Schlafmäuse, sie misst nur 14 cm von Kopf bis Schwanzende. Ihr Fell ist gelbbraun gefärbt, auf der Unterseite weiß. Sie ist an Gehölze und reichhaltige Strauch- und Krautschichten gebunden. Ihre Nahrung setzt sich aus einer Vielzahl von Nüssen, Blüten und Früchten zusammen, von denen ich einen Teil im Bild oben dargestellt habe.

Sie ist 2017 Tier des Jahres, da sie in ihrem Bestand bedroht ist. Sie benötigt als Lebensraum Hecken- und Feldgehölze, die miteinander verbunden sind, da sie sich am Boden nur wenig aufhält und sich beim Klettern im dichten Gesträuch am sichersten fühlt. (Wer sich weiter über sie und Schutzmöglichkeiten informieren möchte: Hier gibt es ein Infoblatt über sie.)

Allesamt sind die Bilche sehr gefräßig, damit sie im Herbst genügend Speck angesammelt haben, um den Winter schlafend gut überdauern zu können. Daher rührt natürlich auch der Name: Der Siebenschläfer z.B. begibt sich oft schon Ende September in den Winterschlaf, der gut bis April oder Mai andauern kann (also in etwa 7 Monate).Diesen verbringt er entweder 20 – 150 cm tief im Boden oder in alten Gartenlauben oder Spechthöhlen.

Zu den Mäusen gehören sie tatsächlich gar nicht, sie können keine Zellulose verdauen, wie in Gräsern oder Blättern vorhanden. Auch ihr Schwanz ist nicht nackt, sondern behaart und hat eine Sollbruchstelle, an der er bei Gefahr abgeworfen werden kann.

Wie ihre großen Augen vermuten lassen, sind die Schlafmäuse nachtaktiv und besitzen einen ausgeprägten Gehörsinn. Sie können bis zu 9 Jahre alt werden, was für solch kleine Tiere ein beachtliches Alter ist.

 

Ich hoffe, dies war nicht zu viel Theorie auf einmal!?

Nun nur noch schnell zwei Bilder, um die Sehnsucht nach Einkuscheln und Gemütlichkeit bei Euch zu schüren:

 

 

 

Dieser kleine nassgefilzte Siebenschläfer ist auf Wunsch einer Kundin entstanden, die sich in diese Karte verliebt hatte:

 

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Ich wünsche Euch allen eine gemütliche Zeit,

nehmt Sie Euch, gerade jetzt, wenn es oft so trubelig ist im Alltag,

Eure

Frau Wollwesen.

 

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Kleine Wildtiere

 

 

 

 

 

 

 

Stürmische und recht ungemütliche Tage liegen hinter uns – und dann dazwischen wieder plötzlich ruhiges goldenes Herbst-Sonnenwetter. Wie zum Luftholen, Auftauchen, Loslassen.

Das Licht ist nun besonders abends und morgens so weich, daß die letzten Blumen und Früchte des Jahres ständig nach meiner Kamera zu rufen scheinen… und viele schöne Momente bleiben doch in der eigenen Erinnerung am besten verwahrt.

Auch für viele Insekten geht nun im Herbst ihr kurzes Leben zu Ende, wenn sie nicht z.B. als Kokon oder in anderer Form überwintern. Bei meinem letzten Einsatz mit der NABU-Wildbienengruppe hier in den Weinbergen haben wir bei der Pflege eines Wiesenstückes, auf dem im Frühjahr Pflanzen wie Natternkopf und Rosenmalve ausgesät wurden, diese wunderschöne Raupe eines Schwalbenschwanzes entdeckt:

 

 

Sie wird sich bald verpuppen und im nächsten Jahr zum Schmetterling weiterentwickeln.

Es tut gut, zu erleben, daß manchmal mit recht geringem Aufwand schon schnell neuer Lebensraum für kleine Lebewesen entstehen kann. Und wie wichtig ist dies, wenn man die Berichte über den immensen Rückgang der Insektenanzahl und -vielfalt liest!

Und so beschäftigen mich diese Tiere auch auf filzende Weise, indem ich meine Aufmerksamkeit ihnen zuwende, ihre ganz eigene Schönheit (oder auch Drolligkeit) zeige.

 

 

 

Hummel-Fingerpuppe

 

 

Detail eines Tagpfauenaugen-Flügels

 

Ich sende Euch herbstliche Oktober-Anfangs-Grüße,

Eure

Frau Wollwesen

 

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