Bläuling

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich ist es ja jetzt viel zu kalt für kleine Falterflügelflatterwesen (so lange es sich nicht um Fledermäuse handelt) –

aber wenn die Sonne herauskommt und man/frau sich warm einpackt (v.a. um den Hals herum), dann geht es doch noch.

Auf ins Blaue!

 

Gefilzter Bläuling mit Kragen aus pflanzengefärbter Wolle, Mützchen aus ebenfalls pflanzengefärbtem Leinen-Seiden-Gemisch.

 

Ich grüße Euch,

(noch ist es licht und hell hier, aber unten in der Küche höre ich schon Vorbereitungen für dunkel-gruselige Halloween-Aktivitäten…!),

genießt die freien Tage,

Eure

Frau Wollwesen.

 

Verlinkt mit Creadienstag.

 

 

 

Rituale

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine große Tochter ist inzwischen wirklich groß, nur noch zwei Jahre von der Volljährigkeit entfernt und sie überragt mich deutlich. Ich merke, wie sie jetzt auf ihre Kindheit als in der Vergangenheit liegend zurückblickt, was bei mir allerdings noch nicht so ganz selbstverständlich ist (ein typisches Mutterverhalten vermutlich?).

Woran sich mir das auch zeigt, ist, daß sie nun all` die Dinge zu pflegen beginnt, die wir zu Kindergarten- und frühen Schulzeiten getan haben: Sie will den Herbst ins Haus holen (und hat mit ihrer jüngsten Schwester Blätter in Wachs getaucht), im raschelnden Laub spazieren gehen, Bratäpfel backen, die Wohnung herbstlich schmücken, Kastanien sammeln gehen…..

Ich finde das wunderschön, genieße es mit ihr und merke wieder einmal, daß das Pflegen der Jahreszeitenrituale, wie es z.B. in Waldorfkindergarten und -schule passiert, tatsächlich heilsam ist.

So habe ich mir an ihr ein Beispiel genommen und auf meine Art den Herbst gefeiert. Eine Freundin brachte mir aus dem Lied der Erde – Garten   (hier habe ich schon einmal darüber geschrieben) einige Walnußhüllen mit, die kurz darauf in meinen Färbetopf wanderten.

 

Hier seht ihr das Ergebnis kurz nach dem Färben:

Vorne: Puppenhaar-Garn aus Mohair-Seide

Hinten: Schurwolle

 

…..und im trockenen Zustand:

 

 

 

Diese warmen Walnußfarben begeistern mich immer wieder. Bisher habe ich nur getrocknete Schalen verwendet, die ich bestellt hatte, um meine Puppen zu färben. Aber mit den frischen funktionierte es auch ganz prima.

Das Puppenhaar habe ich auch schon einmal probeweise angelegt:

 

 

Aber für diese neue Puppe hatte ich schon ein Käppchen aus meiner mit Zwiebelschalen gefärbten Wolle gehäkelt:

 

 

Dieser zarte Farbton hat es mir nämlich auch sehr angetan und er paßt so gut sowohl zu dem weichen und feinen Mohair-Seide-Garn, als  auch zu diesem irgendwie elfenhaften Wollwesen.

 

Auch Wollbilder sind hier gerade am Entstehen und weitere Schmetterlings-Kinder….

 

 

 

 

 

Und Ihr?

Habt Ihr auch bestimmte Herbst-Rituale?

Und wenn ja, welche?

 

Ich wünsche Euch eine farbenfrohe Herbst-Woche,

Eure

Frau Wollwesen.

 

Verlinkt mit Creadienstag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Farbenhunger

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo an Euch LeserInnen alle,

sehr lange kommt es mir  vor, daß ich hier etwas ausführlicher geschrieben habe!

Das liegt wohl daran, daß mit der beginnenden neuen Schulzeit und allem `drumherum die Tage wieder schneller verfliegen, als ich Schritt halten kann…!

Der Herbst hat hier nun ganz eindeutig Einzug gehalten, samt Sturm- und Regenwetter. Und doch genieße ich ihn immerwieder, wenn mit einem Mal (wie jetzt gerade) die Sonne zwischen den Wolken hervorschaut und ihr warmes weiches Herbstlicht sendet.

Und manchmal bin ich erstaunt, wie sehr es mich erfreuen und zufriedenstellen kann, daß an unserer verblühten und eigentlich sehr verrupft aussehenden Sonnenblume so viele Vögel (Spatzen und Meisen hauptsächlich) zum Körner herauspicken kommen. Sie streiten sich natürlich um den besten Platz und so ist richtig etwas los im Vorgarten.

Wie jedes Jahr beobachte ich zudem, daß Cosmea und Kapuzinerkresse nun erst so richtig loslegen, der Herbstsonne, wenn sie sich zeigt, ihre bunten leuchtenden Blüten entgegenrecken. Besonders diese Orange- und Pinktöne tun mir aus irgendeinem Grund so unglaublich gut – ich hatte zwischendurch sogar das drängende Gefühl, unbedingt eine Strickjacke in Kürbisfarbe anschlagen zu müssen. Aber ich habe mich gebremst, seufz.

 

 

 

 

Weiß ich doch, daß ich nur zunehmend unzufrieden werde, wenn ich zu meinem momentanen Projekt noch etwas hinzunehme. Und so suche ich nach anderen Möglichkeiten, die wohltuende Wirkung dieser Farben auf mich zu spüren.

Auf unserer Buchleiste im Flur habe ich ein Bild aus einem Kinderbuch in diesen Farben aufgeschlagen, ein paar Cosmea-Blüten werde ich mir außerdem heute ins Haus holen. Kennt Ihr das denn auch, daß Ihr manchmal ganz plötzlich so etwas wie Hunger nach einer bestimmten Farbe verspürt?

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Herbst regt bei mir (und anscheinend nicht nur bei mir) an, in die Weite zu schauen, zu lauschen. Die kühle Luft einzuatmen mit all ihren Herbstgerüchen von Reife und Vergänglichkeit. So sehr mir die plötzliche Kälte unangenehm ist, so sehr genieße ich auch gleichzeitig die Gemütlichkeit im Inneren.

Das Filzen begleitet mich zur Zeit viel, Vorbereitungen für Adventsmärkte. Je mehr meine Finger in stetiger Übung sind, desto geschickter werden sie und ich freue mich an den Wollwesengesichtern, die mich anblicken.

 

 

Auch kann ich es nicht lassen, zwischendurch an den Färbetopf zu gehen. Auf dem Foto seht Ihr von rechts nach links:

Stockrosenblüten (schwarz) auf Wolle, 1. Zug

Stockrosenblüten über Avocadokernfärbung (war sehr blaß) auf Wolle/Seide, 2. Zug

Stockrosenblüten (schwarz) auf hellgrauer Wolle, 2. Zug

Darunter:

Seide und Seide/Leinengemisch, 3. Zug

Alle Garne und Stoffe habe ich mit Sojamilch vorbehandelt.

 

Es sind wunderbar rauchige Farbtöne geworden, mit einem Hauch Rose´, bis auf den linken Strang, der leicht ins Petrolfarbene geht. Es hat sich gelohnt und wie fast immer hat mich das Ergebnis mal wieder überrascht 😉 !

 

 

Einige Strickprojekte sind fertig geworden über die Sommerferien und ich habe sie, wenn, dann nur so nebenbei hier vorgestellt.

 

 

Die Jacke (oder Weste) Itaka zum einen, die ich doppelfädig aus DROPS Safran (grün 04) gestrickt habe. Die ringförmigen Zunahmen in der Passe waren neu für mich aber letztendlich nicht schwer zu stricken. Dies ist schon ein richtiges Lieblings-Sommerteil geworden.

 

 

 

 

Ebenso fertig wurde „Southern Riviera“ aus der neuesten Ausgabe des Amirisu-Magazins.

Der Spitzenteil vorne gefällt mir sehr gut, allerdings hat das Ganze eine etwas ungewöhnliche Form: Es ist oben sehr Hals-nah und eng, unten eher weit. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich mich tatsächlich wohl fühle darin. Das zeigt sich wohl auch erst nächstes Jahr, für die Temperaturen momentan ist es eindeutig zu luftig…

Gestrickt habe ich es aus den Resten (!) des Itaka-Projektes, da scheine ich mich doch etwas verkalkuliert zu haben (denn es ist auch jetzt noch etwas übrig!).

 

 

 

 

Meine Orchard Grass Stole hatte ich ja hier schon einmal kurz gezeigt, nun etwas großzügigere Fotos. Sie war nun schon oft im Einsatz, da ich recht verfroren bin. Allerdings kratzt sie nach wie vor noch etwas am Hals…

So sehr die isländischen Garne gerade auch in Mode sind, wäre ich wahrscheinlich mit anderer Wolle glücklicher gewesen…. aber egal!

 

 

Dieses allerletzte Foto nun (versprochen!) zeigt mein derzeitiges Projekt:

Ujo von Ankestrick. Gefunden habe ich es im aktuellen Laine-Magazin. Ich verwende meine mit Weißdorn selbstgefärbte Wolle (Alpaca-Merino-Mischung) und hoffe, daß ich es hinbekomme, im Farbverlauf zu stricken. Ganz schön spannend, denn auch das Strickmuster ist bisher nicht gerade zum So-nebenher-stricken geeignet.

 

Nun ist das hier ganz schön lang geworden,

es bleibt mir noch, Euch allen eine wonnige Herbstwoche zu wünschen,

viele Grüße

von

Frau Wollwesen.

 

Verlinkt mit Creadienstag und Maschenfein.