Tutorial: So kommt Dürer`s Hase auf die Kissenhülle (Lavendelstoffdruck)

 

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Nun ist es tatsächlich Frühling, unverkennbar! Und heute fühlte es sich schon derartig österlich an, dass es eine wahre Freude war, oder ?

Ähnlich wie vor Weihnachten geht es mir jedes Jahr gleich: Ich habe Lust zu werkeln, diese Vorfreude ganz konkret auf den Tisch oder sonst-wohin-auch-immer zu bringen. Da wir in letzter Zeit viel mithilfe von Lavendelöl bedruckt haben, lag nahe, dies wieder zu tun. Für diese Technik braucht man nicht sehr viel und darum eignet sich das nun folgende Tutorial vielleicht auch für das viel zitierte Geschenk oder Mitbringsel auf die letzte Minute:

 

Man benötigt dafür:

Stoff (in meinem Fall eine bereits fertig genähte Kissenhülle aus Leinen)

Freezer Paper (nur für dünne Stoffe, wie z.B. Seide), hilft, das Verschieben des Stoffes zu verhindern

Lavendelöl, z.B. dieses

Fotomotiv als Laserdruck/-kopie (Schwarzweißbilder unbedingt auch als Farbbild ausdrucken!)

Kreppklebeband

Pinsel

Pfannenwender o.ä.

Bügeleisen

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Dies war mein Motiv: Dürer`s berühmter Hase, wie man ihn z.B. bei Wikipedia findet, als Laserdruck.

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Hier die Kissenhülle aus Leinen. Sie hat einen Reißverschluß auf der Rückseite, weswegen ich innen ein abwaschbares Buch eingelegt habe, damit man den Abdruck davon später nicht im Bild sieht.

Möchte man z.B. auf Seide drucken, schneidet man sich ein Stück von dem oben erwähnten Freezer Paper in ähnlicher Größe wie das Fotomotiv aus. Dieses wird mit der glänzenden Seite zur Seide hin auf deren Rückseite aufgebügelt, damit sie sich beim Drucken nicht verzieht.

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Das Bild wird nun auf die gewünschte Stelle gelegt, mit dem Druck zum Stoff hin. Danach gut mit dem Klebeband über den Stoff bis weiter zum Tisch fixieren.

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Jetzt kommt das Lavendelöl zum Einsatz: Etwas davon in ein Schüsselchen füllen und mit dem Pinsel auf der Bildrückseite verteilen. Dabei kann man noch gezielt auswählen, was übertragen werden soll und was nicht.

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Und jetzt der Pfannenwender: 8-10 Minuten lang fährt man nun in kreisenden Bewegungen mit etwas Druck über die Bildrückseite, um die Farbe auf den Stoff zu übertragen.

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Dann löst man die Klebestreifen und mit ihnen das Papier vom Stoff. Und sieht nun (hoffentlich) einen wunderbaren Stoffdruck. Dieser muß noch durch Bügeln fixiert werden (mit einem Stück Papier dazwischen).

Und, siehe da:

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Es hat geklappt!!!

Hier das ganze Kissen neben dem Osterkater auf dem Sofa:

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Nun überlege ich, ob ich das Ganze noch etwas verzieren soll. Dieses wunderschöne Spitzenband habe ich letztens erst geschenkt bekommen:

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Zur Probe mal aufgelegt:

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Das gefällt mir eigentlich ganz gut…was meint Ihr? Aufnähen oder lieber nicht?

So, vielleicht habt Ihr nun ja auch Lust auf diese umweltverträgliche und durch den angenehmen Duft ja fast schon Wellness-Methode (hihi!) bekommen.

Hier bei uns kommt sie immer öfter zum Einsatz, z.B. auf Herrn Wollwesens Geburtstags-T-Shirt, von der großen Tochter gemacht, mit Automotor-Schemazeichnung (tja, wir haben doch ganz schön unterschiedliche Hobbies…):

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Der Stoff kann anschliessend auch bei bis zu 40°C gewaschen werden.

Nun denn: Frohe Osterwerkelei an alle Kreativen wünsche ich,

Eure

Frau Wollwesen

P.S.: Wer gerne filzt, findet hier meine Anleitung für einen Eierwärmer vom letzten Jahr!

Verlinkt mit Creadienstag und Naturkinder.

Wollbild „Anemonen-Hüterin“

 

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Nun ist sie endlich wieder gekommen: Die Zeit der ersten zarten Blumen, die sich unter dem braunen trockenen Laub des letzten Jahres hervorwagen.

Und sobald ich dann an einem warmen Frühlingssonnentag in einem lichten Laubwald unterwegs bin, vielleicht sogar in der Nähe eines kleinen Bachlaufes, begegnen sie mir fast unweigerlich: Die feinen weißen Anemonen, die „Buschwindröschen“. Als ich diesen Namen als Kind zum ersten Mal hörte,fühlte ich mich sofort in eine märchenhafte Geschichte versetzt. Mit hellen, leichten Feen vielleicht, oder Blumenelfen, die mit leisem Kichern hinter Blättern verschwinden, sobald sie den groben Tritt eines Menschenfußes hören.

Viele Jahre später dann erzählte mir eine Freundin von ihrer Überzeugung, daß jede Pflanze von einem eigenen Wesen begleitet, behütet wird.

Da kam mir wieder das Buschwindröschen in den Sinn. Seine weiße Zartheit, gepaart mit großem Mut und dem Willen, sich zu dieser, oft noch sehr rauen und eisig kalten Zeit, aus der Erde nach oben zu bewegen. Sich der Sonne entgegen zu strecken, zu öffnen, um ihre Wärme zu spüren. Wer, wenn nicht sie, könnte Schutz und Fürsorge benötigen?

So entstand das Bild der Anemonen-Hüterin: Ein Wesen aus der Feenwelt, selbst von heller, zarter Gestalt, jedoch von der kalten Witterung nicht angreifbar. Und in der Lage, Lichtkraft zu spenden, Mut zu zusprechen. Lieder vor zu singen, in fremder, ungewohnter Sprache, doch nur für das menschliche Ohr. Für die Blumen wirksam wie ein Lebenselixier, das sie in ihrem Wachstum bestärkt. Und das schließlich nach der Blüte und über den Sommer langsam leiser wird und verklingt, sobald die kalte Jahreszeit sich erneut ankündigt.

Mit der Blume ruht im Winter auch die Hüterin, bis es wieder Zeit wird, den Kreislauf neu zu beginnen.

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Die „Anemonen-Hüterin“ ist ein nadelgefilztes Wollbild und wird von mir zum Creadienstag , zu Dienstagsdinge und Handmade on Tuesday geschickt.

Herzliche Grüße

von

Frau Wollwesen.

Wollbild: Winterschlaf

 

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Schon ein paar Mal ist er hier auf dem Blog aufgetaucht (hier und hier.)

Der Siebenschläfer, zur Familie der Schlafmäuse, auch Bilche genannt, gehörig.

Und sein lateinischer Name lautet Glis glis, was ich ganz besonders schön finde.

Einige Geschichten, Urlaubsgeschichten vor allem, könnte ich von ihm erzählen, aus Italien und Österreich…

Aber heute stattdessen diese:

 

„Da liegt er nun, zufrieden und weich gepolstert zwischen Blättern und trockenen Gräsern.

Endlich – Schlafen.

Und das hat er sich wahrlich verdient.

Was für ein Jahr das gewesen ist. Voller Sonne und reifer Früchte. Der Garten dieses alten Hauses ist voll davon: Himbeeren, Brombeeren, Felsenbirnenbeeren – Köstlich!

Welches Haus fragt Ihr?

Na – natürlich ein altes. Mit richtigem uraltem verstaubtem Dachboden, wo dicke Spinnen in den Ecken sitzen und alles überzogen ist von ihrem Gespinst. Wo nur durch ein kleines schräges Fensterchen etwas staubiges Licht herein fällt.

Dort fühlen sie sich wohl, die Siebenschläfer, die nächtlichen Poltergeister und Schabernack-Treiber. Und das sind sie wahrlich: Wenn sie wach sind, dann toben sie umher, jagen sich, daß der Staub nur so wirbelt.

Aber zurück zu „ihm“.

Dort auf dem Dachboden nämlich hat er sein kuscheliges Winterbett gerichtet, in der hintersten und dunkelsten Ecke. Oben, in einer kleinen Nische, direkt unter dem Gebälk. Er hängt noch weiter seinen Gedanken nach. Erinnert sich an die vielen kleinen wuseligen Siebenschläferkinder, die er mit seiner Frau im Sommer groß gezogen hat. Das war anstrengend aber lustig gewesen.

Nun haben sie sich alle ihre eigenen kleinen Winterbetten gesucht, in Baum- und Erdhöhlen oder alten verlassenen Nistkästen… Dicke Bäuche haben sie sich vorher angefressen an den Haselnüssen und Eicheln, die der Herbst zuhauf gespendet hatte…

Die Augenlider sind ihm nun zugefallen. Die Nase und mit ihr die Schnurrhaare zittern noch ein wenig.

Er ist hinübergeträumt in den langen, sieben Monate dauernden Schlaf, aus dem er erst im späten Frühling wieder aufwachen wird.“

 

Das klingt schön, oder? Bis Mai einfach durchschlafen, davon träume ich manchmal!

Dieses Wollbild ist übrigens als Postkarte (zusammen mit zwei anderen ) seit heute in meinem brandneuen Wollwesen-Laden erhältlich!!!! Bald noch mehr dazu….

 

Ich grüße Euch aus den heute sehr windzerzausten Weinbergen,

Eure

Frau Wollwesen.

 

Verlinkt mit Creadienstag.