Wildbienen-Exkursion

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Seit einiger Zeit bin ich, wenn ich Zeit habe, bei der NABU-Gruppe hier bei uns in der Gegend aktiv.  Der Naturschutz liegt mir schon lange am Herzen, nur finde ich es nicht immer einfach, dafür tatsächlich etwas zu tun.

Hier ist das Thema „Wildbienen“ ein Schwerpunkt der NABU-Arbeit und seitdem ich in dieses Thema etwas eintauche, fällt mir auf, wie wenig eigentlich über diese Tiere allgemein bekannt ist.

Die Honigbiene ist inzwischen durch das Wiederaufleben der Imkerei auch in Städten deutlich ins Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt. Aber Wildbienen?

Heute also war ich bei einem interessanten Vortrag mit anschliessender Exkursion zu den Lebensräumen dieser Bienen, organisiert von BUND und NABU zusammen. Und nachfolgend einige Informationen für Euch:

Es gibt in Deutschland etwa 500 verschiedene Arten von ihnen. Und allein schon in ihrer Größe gibt es riesige Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen. Manche sind ähnlich groß wie Apis mellifera, die Honigbiene, andere wiederum winzig, wie kleine Mückchen.

Sie tragen so schöne oder auch lustige Namen, wie Gehörnte Mauerbiene (die häufig auch im Frühjahr in der Nähe von Häusern gesehen werden kann, wenn sie nach Nistmöglichkeiten sucht). Oder Blattschneiderbiene (diese dreht aus Blättern zigarren-artige Gebilde, in denen sich die Larve entwickelt), Wollbiene (baut ihr Nest aus Pflanzenfasern), Seidenbiene, Maskenbiene, Sandbiene, Zottelbiene, Kuckucksbiene (lebt, wer hätt`s gedacht, schmarotzend).

Was passiert denn eigentlich, so fragte ich mich schon öfter, im Inneren eines Insektenhotels?

In einen entweder schon vorhandenen oder selbst gegrabenen Brutgang (oder auch Gallerie genannt), wird zunächst eine Wand mit Lehm gebaut, davor kommt Blütenpollenpaste, davor das Ei der Wildbiene, dann eine weitere Wand. Die Larve schlüpft, frisst Pollen, nach 2-4 Wochen verpuppt sie sich. 2-3 Monate dauert nun die Umwandlung zur erwachsenen Biene, was schließlich im Herbst so weit ist. Sie schlüpft aber erst im darauf folgenden Frühling, da  sie diese Kälteperiode dazwischen für ihr vollständiges Ausreifen benötigt.

Also: Nie ein Insektenhotel im Winter in den Keller o.ä. stellen, um die Tiere zu „schützen“!

 

 

 

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In ihrem Lebensraum benötigen sie entweder solche Lösswände, wie oben zu sehen oder andere „Unebenheiten“, wie z.B. alte Äste und Stämme, Schilfrohre, Gebäude (Fenster und Backsteine), leere Schneckenhäuser oder Insektenhotels. Oder sie nisten im Boden in Rasenplätzen, Wegen und Wegrändern, auch an Klippen.

Allgemein sollte es sonnig, sandig und trocken sein.

Ein Beispiel für einen solchen Ort ist das Ecomusee in Ungersheim im Elsass, das wie ein Dorf aus dem frühen 20. Jahrhundert aufgebaut ist. Dort gibt es rundherum vielfältige Natur und die Gebäude haben Mauern aus Lehm und Stroh.

 

 

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An dieser Mauer sah man gut die unterschiedlich großen Löcher der Wildbienenarten. Ganz links im Bild, die grösseren Löcher, könnten Nisthöhlen des Bienenfressers sein.

 

 

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In dem Loch in der Mitte dieses Fotos war jemand eifrig am Werkeln, was man an ständig herausfallender Erde sah. Leider zeigte sich die Bewohnerin nicht.

 

Bei der Exkursion ging es natürlich auch viel um das nötige Nahrungsangebot für die Wildbienen. Manche von ihnen sind durch die Form und Länge ihres Rüssels auf ganz spezielle Pflanzen angewiesen, andere wiederum können viele verschiedene Blüten als Nahrungsquelle nutzen.

Ein Landwirt aus der Gegend erklärte, dass es für ihn finanziell ungünstiger ist, als Zwischenkultur Bienenpflanzen auszusäen, da die, zwar vorhandene, staatliche Förderung nicht  sehr hoch ist. Trotzdem hat er sich auf einigen Feldern dafür entschieden, was ganz oben und hier zu sehen ist:

 

 

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Hier ließen sich einige von den Tieren sehen und bestimmen.

 

Für den eigenen Garten kann man sich z. B. extra Wildbienen-Saatmischungen besorgen und/oder viel blühende aromatische Kräuter, wie Oregano, Lavendel, Bohnenkraut, Majoran usw. anpflanzen.

Für ausführliche weitere Informationen möchte ich Euch an diese Homepage verweisen (dort kann man auch die Saatmischungen bestellen und sich über den „richtigen“ Bau von Insektenhotels informieren, denn nicht alles Material ist tatsächlich geeignet.)

 

So, das war jetzt ganz schön lang,

ich wünsche Euch allen eine gute Zeit,

Eure Frau Wollwesen

 

P.S.: Er ist wieder da (zwischendurch jedenfalls, seufz):

 

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Heute verlinke ich wieder zu den Naturkindern!

Sommersonnentage

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Nun sind wir wieder zurück.

Nicht ganz eine Woche wohnten wir auf einem Biobauernhof in Gengenbach.

Verbrachten diese Tage mit Kaninchen-Streicheln (Svea und ihr Sohn kamen natürlich auch nicht zu kurz) und Bücher(vor)lesen (empfehlenswert für Mädchen plus/minus 10 Jahre: „Maia oder als Miss Minton ihr Korsett in den Amazonas warf“ von Eva Ibbotson).

 

 

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Mit Spielen im wunderschönen Park und Stadtbesichtigung.

 

 

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Mit Stallausmisten und Pferdestriegeln.

Und sahen vieles ganz nah:

Einen jungen Turmfalken im Baum nach seinem ersten Flug aus dem Nest.

Und einen toten jungen Dachs, gestorben aus uns unbekannter Ursache.

Ein Rauchschwalbenpärchen bei unzähligen Fütterungsrunden ihrer Jungen im Nest an der Scheunendecke.

Und drei Fuchsschaflämmer, die ständig ausbüxten.

 

 

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Wir durften bei einem Schafumzug auf eine andere Weide dabei sein und besagte Lämmer hinterhertragen (gar nicht so leicht, die Kleinen!).

 

 

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Ein schöner Weg führte uns hinauf zu einer sehr einladenden Kapelle.

 

 

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Und wir aßen eine wahrscheinlich völlig ungesunde Menge an Eis. Denn es war heiß!!!!

Aber es gab auch gesundes (Basilikum-Petersilien-Pesto z.B.):

 

 

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Zurück zu Hause ein Wermutstropfen:

 

 

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Der nach über einer Woche wieder zurückgekehrte Kater ist abermals verschwunden!

 

Euch allen ein schönes letztes Ferienwochenende (zumindest hier bei uns),

Eure Frau Wollwesen.

 

Heute verlinkt mit den Naturkindern.

 

 

Wollwesen-Einblicke

Wie hier versprochen, möchte ich heute etwas über die Projekte schreiben, die mich seit einiger Zeit begleiten.

Mein Wunsch ist es, Tiere und Puppen aus Filz herzustellen und zwar in der klassischen Waldorfpuppengröße.

Dafür musste ich eine ganze Weile tüfteln. Sie ganz in der Aufbautechnik (wie z.B. für kleinere Tiere in diesem Buch dargestellt) herzustellen, scheint mir zu aufwändig und langwierig.

So beschloß ich, zunächst mithilfe einer Schablone einen Hohlkörper zu filzen. Diese Hülle wird anschließend mit Wolle ausgestopft, was schon im nassen Zustand geschehen kann. Das ermöglicht es mir, das Tier bzw. die Puppe noch zu modellieren und in Form zu bringen. (Einen Eindruck davon bekommt man bei diesem Beitrag. Hier ist bisher nur der Kopf gefüllt.)

Ist dies geschehen, schließe ich noch die für das Ausstopfen benötigte Öffnung am Rücken durch ein eingenähtes Stück Filz.

Der große Vorteil des Naßfilzens ist natürlich, z.B. eine Nasenrundung gleich mit einfilzen, Ohren oder Schwänze bzw. Schafslocken gestalten zu können.

Auch verschiedene Farbtöne z.B. für die Wangen oder Augen filze ich so einfach von Anfang an mit ein.

Dieser Prozeß, wenn aus schlichter Vlieswolle schließlich ein Wesen mit ganz eigenem Ausdruck und Charakter entsteht – das finde ich faszinierend.

Beglückend.

Und immer wieder auch nervenaufreibend.

Denn ob am Schluss  die Proportionen stimmen, das Schaf auch tatsächlich nach Schaf aussieht und nicht nach Kuh…das braucht ganz schön Übung und Geduld.

Und Mut zu Fehlern (Seufz.)

Und so lerne ich….Auch beim Nähen.

 

 

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Denn nicht nur Puppen, auch Tiere brauchen etwas zum Anziehen.

Das fand ich als Kind und meine eigenen Kinder sehen das genauso.

Und so nähe ich Kleidchen, Hemdchen, Hosen….und zeige sie meinen Mädchen. Denn sie haben meist ein untrügliches Gefühl, ob etwas stimmig ist, oder nicht.

 

So – und heute zeige ich Euch:

 

Ronja.

 

 

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Sie heißt so, seitdem sie diese unbändige Lockenfrisur bekommen hat.

Vorher sah sie eher nach, hmmmm – Elizabeth aus. (Wie hier.)

Aber jetzt ist sie anders.

Klar, die wilde Räubertochter aus Astrid Lindgrens Buch ist sie auch nicht ganz.

Aber sie liebt es, draußen zu sein und den Bienen beim Summen zuzuhören.

Und in den weiten Mai-Himmel zu schauen.

In Blumenwiesen zu sitzen und Erdbeeren naschen – das ist was!

 

 

 

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Der Stoff für dieses Kleid ist von Kiseki. Ich liebe diese japanischen Stoffe einfach!

 

 

 

 

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Hier mit Dutt und fast fertiggestelltem Streifenkleid (der Stoff stammt von einem Kleid des Februarkindes).

 

 

 

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Nun ist es schon recht spät, für heute schließe ich.

Aber bald mehr.

Für wen wohl dieses Jäckchen ist?

 

 

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Bis bald,

es grüßt,

Frau Wollwesen