Frühlingserwachen

 

 

Draußen in unserem Garten ist es mit einem Mal Frühling.

Mit Staunen sehe ich, wie schnell sich nun die Narzissen öffnen, sogar Hyazinthen-Blüten gibt es schon. Schneeglöckchen wie immer nicht so viele, wie ich es mir eigentlich wünschen würde. Dafür bei den Nachbarn gegenüber ein ganzes Meer davon, direkt unter einem Busch, der still und leise hellrosa aufblüht.

Es ist also schön, wieder draußen zu sein, vor allem nach familienübergreifender Magen-Darm-Grippe…. Kurz davor konnte ich letztes Wochenende glücklicherweise aber noch an einem Tanzseminar von Amei Helm teilnehmen, mit dem Thema „Frühlingserwachen“. Schon seit einiger Zeit tanze ich in einer Gruppe von Frauen Kreistänze zu ihrer Musik zur Feier der einzelnen Jahreszeitenfeste. Ich habe dies stets als sehr heilsam und verbindend erlebt, sowohl unter uns Menschen, als auch mit den Bäumen, den Blüten, den Tieren – eben allem Lebendigem.

Mit Freude und Staunen einer Kastanienknospe beim Aufblühen und damit gleichzeitig beim „in-die-Blüte-hinein-Sterben“ zuzusehen – das begleitet mich seit diesen Tagen als Sinnbild für unser aller Werden und Vergehen, das ganze Leben über und weiter in den Tod. Und natürlich die Freude des gemeinsamen Tanzen und Singens.

Wer sich für Amei Helm, den „Lied der Erde“-Garten in Norddeutschland oder ihre Musik und Tänze interessiert, findet sie hier, Hörproben hier.

 

Bildergebnis für amei helm tanzseminar

 

Mein absoluter Favorit ist der „Tanz der Knospen“, bei dem das Sich-Ausdehnen und Entfalten in die Blüte so wunderschön erlebbar wird.

 

 

 

Euch allen Kraft zum Ausdehnen,

zum Gesunden,

zum Licht und Wärme willkommen heißen,

Eure Frau Wollwesen.

Gärtner-Fasnacht

 

Es ist wieder so weit:

Fasnacht, Fasnet, Fasching –  steht vor unserer Haustür. Mein Februar-Mädchen will in die  Schule als Gärtnerin gehen – passend zum Handwerker/Berufe-Thema.

Eine passende Schürze hatten wir noch, Rock und Bluse darunter auch, aber es fehlte noch etwas, was den „wirklichen“ Gärtner-Einschlag bringen würde…

Dann kamen wir darauf:

Wir wollten Samentütchen basteln und befüllen, die sie dann an ihre Freunde verschenken kann.

Eine passende Anleitung fand ich vor kurzem in der neuesten Landlust-Ausgabe.

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Mit buntem Origami-Papier hatten wir schnell einige Tütchen gefaltet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Und gefüllt wurden sie mit Samen-Schätzen vom letzten Herbst aus unserem Garten.

Ein schönes Gefühl, die längst vertrockneten Blumen auf diese Art weiterzugeben, auf dass sie wieder blühen mögen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Samenkapseln sehen auf ihre Art eigentlich mindestens genauso schön aus wie die Blüten, vielleicht aber stiller, geheimnisvoller….

 

 

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Roter Lein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kornrade

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schließlich fanden wir, dass diese besonderen Tütchen auch einen besonderen Aufenthaltsort brauchen. Und das Kind machte sich an die Arbeit….

 

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Und das kam dabei heraus:

 

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Ein ganz alleine genähtes Samensäckchen.

 

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Jetzt kann es „schmutziger Dunschdig“ werden….

 

Es grüßt eher un-närrisch,

Frau Wollwesen

Joggingrunde im Winter

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Immer wieder wochenends schaffe ich es doch, meine Joggingrunde zu drehen. Eigentlich wäre es ja mein Ziel, zweimal die Woche zu laufen, aber jetzt, in der dunklen Jahreszeit, zieht es mich unter der Woche abends nur sehr selten mal aus dem Haus. Vernünftigerweise ist dies ja nur bei Straßenbeleuchtung und hier im Ort zwischen den Häusern möglich – und darauf habe ich denn doch nicht so oft Lust….

Wenn ich aber bei Tageslicht hier in den Weinbergen unterwegs sein kann, stört mich auch der Nebel oder ein bisschen Regen nicht sehr. Das Schöne dann ist, dass man praktisch alleine unterwegs ist, die Luft kühl und frisch… Dieses Für-mich-sein tut mir gut, das gleichmässige Geräusch meiner Schritte lädt mich zur Geh- (oder besser: Renn-) Meditation ein.

Auch an diesem liebevoll gepflegten Garten komme ich dabei oft vorbei. Ich weiss nicht, wem er gehört, aber es müssen Menschen sein, denen Blumen ähnlich am Herzen liegen, wie mir.

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Und  die Tiere scheinen sie auch zu mögen, denn diese verblühten Sonnenblumen dürfen hier immernoch stehen und auf Vogelgäste warten:

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Dieser Baum ist zwar kahl, aber seine Knospen erwarten schon den Frühling,

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ganz wie in Hilde Domins Gedicht:

Es knospt

Es knospt

unter den Blättern

das nennen sie Herbst.

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Und diese Ringelblume ignoriert einfach Nebel, Kälte, Dunkelheit:

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Euch allen ebenso viel Sonne im Herzen

wünscht

Frau Wollwesen